Eine etwas andere Oktoberfest-Geschichte

Wir stiegen gegen 5:20 in die doppelstöckige Kutsche ein.
Ich nutzte die Chance und verteilte Notrufnummern und Informationsbriefe unserer Hochburg Jomorion, während meine 61 Gefährten rauchten und die Kutschenpferde grasten. Nach 15 Minuten stiegen sie alle wieder ein und zumindest der untere Teil der Kutsche schaute mich mit großen und erwartungsvollen Augen an.

Ich – gekleidet wie ein Vollhorst in Dirndl-Unterteil und Jomorion T-Shirt, fange an ins Mikrofon, welches uns von Menschen aus der Zukunft zugesandt wurde, zu stottern: „Höret mich! Ich bin heute eure Reisegefährtin. Mein Name ist Severina Van Moppelchen, kleines Helferlein auf der Hochburg Jomorion, und hier, um Euch sicher auf das Oktoberspektakel zu geleiten! Wir haben noch eine weite Reise vor uns, deswegen werden wir an ein paar Punkten Halt machen. Ich hoffe Ihr habt eine angenehme Reise und falls nicht – wer benötigt einen Speibeutel?“ Auf die einst erstaunten Blicke folgt ein schallendes Gelächter. Hier und dort hebt sich eine Hand: „Ich denk, ich werde einen benötigen!“ Ich verteile die Speibeutel und unterhalte mich währenddessen mit meinen, wie ich feststelle, sehr lustigen und offenen Gefährten.

Einem großen Ritter, gekleidet in traditioneller Pracht, vertraue ich sogar ein weiteres Geschenk der Zukunftsmenschen an – meine Kamera.
Er nimmt sie voller Freude an und rennt zu seiner 12-köpfigen Gruppe, um mit ihnen lustige Bilder zu machen.

Geschichte zum Oktoberfest!

Sie stoßen mit ihren hochprozentigen Dämonendrinks an, gröhlen und haben Spaß. Wie echte Ritter eben.
Die Stimmung wäre nahezu perfekt. Die Hälfte hatte Spaß und trank, die andere Hälfte der Gefährten war am schlafen. Nahezu perfekt, da uns der Audio-Kutschen-Musikant auf dieser Reise leider nicht begleiten konnte (Der CD-Player ging nicht…).

Um kurz nach 9 Uhr kamen wir endlich an.
Ich verabschiedete mich von meinen Gefährten, gab ihnen noch meinen Herzensrat, nicht zu viel von den Dämonendrinks zu kosten und bloß pünktlich um 21 Uhr wieder an der Kutsche zu sein.
Wir liefen auf das Oktoberfest und kamen auf Anhieb in die Höhle der Paulaner.

Um Punkt 12 Uhr war Fass-Anstich. Tausende Ritterinnen und Ritter in der Höhle erhoben sich, zählten einen Countdown von 20 auf 0 und jubelten, als die Uhr 12 Uhr schlug. Gänsehaut-Moment.

Geschichte zum Oktoberfest

Danach folgte der Dämonendrink-Ausschank. Vollbusige Frauen in Dirndln schafften es, mindestens 10 volle Krüge der Dämonendrinks in ihren Händen zu halten und unter das durstige Volk zu bringen.
Wir gönnten uns auch einen Krug. Und dann noch einen.
Um uns herum war ausgelassene Stimmung. Frauen in bunten Dirndln, Männer in traditionellen Lederhosen. Je öfter die Dämonendrinks zugeprostet wurden, desto lustiger wurde die Stimmung in der ganzen Höhle.

Draußen standen lachende Menschenmassen um ein paar einzelne Ritter, die sich einen ganzen Liter des Dämonengesöffs binnen weniger Sekunden in den Rachen schütteten. Einige von ihnen sahen so aus, als würden sie es gleich wieder ausspeien müssen.

Geschichte zum Oktoberfest

Um 20:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück zur Kutsche.
Einige Ritterinnen und Ritter lagen schon auf ihren Sitzen.
Eine Gruppe meiner Gefährten kam auf mich zugeströmt und lallten mich voll:
„Scheiße! Uns fehlt einer! Nurnoch 3% Akku hatter und der hat halt mal voll keinen Plan wo der steckt!“ Einige anstrengende Telefonate später tauchte er zum Glück wieder auf.
In der Zwischenzeit stritten sich zwei der Ritter lautstark und sie mussten auseinander gehalten werden, doch die Situation legte sich ziemlich schnell.
Außerdem tauchte die brasilianische Gefährtin aus Stuttgartus Vaihinga nicht mehr auf, ebenso ihre Freundin aus der Nachbarskutsche nicht.
Mit einer halben Stunde Verspätung galoppierte unsere Kutsche los und wiegte alle Gefährten in einen hoffentlich angenehmen Schlaf.

Falls Ihr auch so einen tollen Tag erleben wollt, dann bucht noch schnell unsere Busreise zum Oktoberfest!

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